Rasen der Aufregung

Hermann Kutter krebserrgende Granulate in Kunstrasen

Memmingen, 28.10.2016

Entsetzt, ja fast aufgelöst, fragte dieser Tage eine höchst besorgte Mutter beim Sportplatzbauer Kutter in Buxheim an, ob sie nun ihre Waschmaschine entsorgen müsse, weil sie darin die Turnschuhe ihres Sohnes gewaschen hat. Ebenfalls in heller Aufregung, ob ihr teurer Kunstrasenplatz eventuell krebserrgend ist, sind Vertreter zahlreicher Fußballvereine. Grund: Wie berichtet, hat eine Untersuchung ergeben, dass niederländische Kunstrasenplätze mit krebserrgenden „Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen“ (PAK), belastet sein sollen.

Der einzige Sportplatzbauer der Region, die Firma Hermann Kutter, gibt Entwarnung, zumindest was seine Produkte betrifft. In einem Pressegespräch erläuterte Geschäftsführer Stefan Kutter, dass es bei den von seiner Firma gebauten Kunstrasen-Spielfeldern keinen Anlass zur Sorge gebe. Das in den Niederlanden unter Krebsverdacht stehende Granulat stamme aus alten Ölleitungen aus England und werde hierzulande nicht verwendet.

Laut Kutter kostet ein Kunstrasenspielplatz rund doppelt so viel wie ein Platz mit Naturrasen, je nach Erdarbeiten und Umfeld von 200 000 Euro bis 400 000 Euro. Derzeit gebe es in Deutschland etwa 1000 Plätze, im Allgäu etwa 40 – Tendenz steigend. Fußball-Punkt-Spiele auf Kunstrasen sind erst ab der fünften Liga erlaubt.

Mit freundlicher Genehmigung der Memminger Zeitung