Man kann jeden Tag stolz auf seine Arbeit sein

Memmingen, 16.05.2017

„Mit Schubkarre und Schaufel hat Hermann Kutter das Unternehmen im Jahr 1959 gegründet.“ So beginnt Ausbildungsleiter Ernst Leinfelder seinen Vortrag für 20 Schüler der Reichshainschule, die sich im Rahmen der Allgäuer Berufsoffensive unserer Zeitung beim Memminger Unternehmen Kutter Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) über Ausbildungsmöglichkeiten informieren. Schaufel und Schubkarre werden laut Leinfelder zwar immer noch benötigt. „Aber wir haben heute keine Baustelle mehr ohne Minibagger.“ Aufmerksam lauscht Robert Jahn den Ausführungen. Der 14-Jährige kann sich durchaus vorstellen, Landschaftsgärtner zu werden – „weil man da viel draußen in der Natur ist, viel rum kommt und Neues kennenlernen kann.“

Als Auszubildender zum Landschaftsgärtner lernt man ökologische Zusammenhänge kennen, übt Pflanzenbestimmung und arbeitet im Einklang mit der Natur. Handwerkliches Geschick ist unverzichtbar. Zusätzlich helfen Kenntnisse in Mathe und Freude an der Arbeit. „Und Zuverlässigkeit ist wichtig“, betont Leinfelder: „Denn wenn man sich auf jemanden nicht verlassen kann, ist man verlassen.“ Für einen funktionierenden Betrieb sei Teamwork und gemeinsames Anpacken auf den Baustellen unerlässlich. „Dafür seht ihr abends auch, was ihr geschafft habt. Man kann jeden Tag stolz auf seine Arbeit sein.“

Das Wetter diktiert auch mal die Arbeitszeiten. Für die Azubis gibt es deshalb sogenannte Bodenhallen. „Statt einem Turnhallenboden ist das Erde“, erklärt Lehrerin Gabi Mutter. Die Hallen dienen dazu, die notwendigen Handgriffe zu lernen. Denn die Arbeitstechnik ist laut Leinfelder wichtiger als Muskelkraft. Deshalb eigne sich der Beruf für Mädchen und Jungen.

Beeindruckt hören die Schüler von bisherigen Projekten der Firma Kutter. In der Stuttgarter Porsche-Arena wurde beispielsweise für ein Tennisturnier der Boden verlegt. Auch beim Legoland in Günzburg waren die Memminger Garten- und Landschaftsbauer beteiligt. Während einige Schüler das Gelände mit eigener Tankstelle und Werkstatt erkunden, diskutieren andere über die Ausbildungsmöglichkeiten. „Ich habe mir eh schon überlegt, einmal Gärtner zu werden“, sagt etwa der 14-jährige Philipp Opitz: „Ich könnte mit gut vorstellen, hier eine Lehre zu machen.“

Mit freundlicher Genehmigung der Memminger Zeitung