Kein Gesundheitsrisiko

HermannKutter Unverträglickeit des Granulates ist geprüft

Memmingen, 3.11.2016

Schlagzeilen über eine angebliche Gesundheitsgefährdung, die von Kunstrasen-Plätze ausgehe, haben zuletzt für Wirbel gesorgt. Vereinsvorsitzende fragen sich, ob ihr teurer Platz bedenkenlos zu benutzen ist, nachdem – wie berichtet – niederländische Kunstrasenplätze mit als krebseregend eingestuften „Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet sein sollen.
Die Memminger Firma Hermann Kutter als einziger Sportplatzbauer der Region wird seit gut einer Woche mit derartigen Anfragen geradezu bombardiert. In einem Pressegespräch erläuterte Geschäftsführer Stefan Kutter, dass es bei den von seiner Firma gebauten Kunstrasen-Spielfeldern keine Anlass zur Sorge gebe. Der Kunstrasen werde immer gleich aufgebaut: Auf eine Schotter-

schicht mit untenliegender Drainage und einen fünf Zentimeter starken Drain-Asphalt kommt eine gebundene Elastik-Schicht. Darauf wird der von speziellen Teppichfirmen hergestellte Kunstrasen aufgebracht. Je nach der späteren Verwendung werden Fasern mit einer Höhe von zwei bis sechs Zentimeter eingebaut (siehe Grafik).
Laut Hauptgeschäftsführer Dr. Markus Pfalzer stammt das in den Niederlanden unter Krebsverdacht stehende Granulat aus alten Ölleitungen von England. Kutter verwende im Gegensatz dazu nur Granulate zweier Firmen aus Reifen, die ausschließlich in der EU hergestellt wurden. Wie Daniel Schockmann von der Firma genan (Oberkammlach) erläutert, werden die Granulate auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft. Sie könnten aufgrund ihrer Unbedenklichkeit theoretisch sogar als Lebensmittelverpackung verwendet werden. Auch in internationalen Studien konnte keine signifikante Belastung durch PAK für die Benutzer von Kunstrasenplätzen nachgewiesen werden. Das Bundesamt für Verbraucherschutz sei bereits vor zehn Jahren in einer Studie zu dem Ergebnis gekommen, „dass Kunstrasen mit Gummigranulat aus Altreifen kein spezielles Gesundheitsrisiko darstellen, das von PAK oder Feinstaub ausgehen würde“.

Nahzu immer bespielbar
Laut Bauleiter Gerd Schätzle hat der Kunstrasen unschätzbare Vorteile gegenüber dem Naturrasen, vor allem in der Übergangszeit im Herbst und Frühjahr: Kunstrasenfelder sind nahezu immer bespielbar, brauchen nie gedüngt und gemäht werden. Der künstliche Rasen wird so gut wie nie beschädigt, benötigt wesentlich weniger Pflegeaufwand und berge „signifikant weniger Verletzungs-risiko“. Unterschiede gebe es lediglich bei der Verfüllung im Kunststoff-Flor: In der ersten und zweiten Generation der 80er Jahre wurden die grünen Fasern noch mit scharfem Quarzsand verfüllt, was bei Stürzen leicht zu Hautabschürfungen führen konnte. Sand wirke beim Ausrutschen ähnlich wie Schleifpapier.

Mit freundlicher Genehmigung der Memminger Zeitung